Die Zukunftswerkstatt – eine Methode mit „Charakter“ zur Beteiligung von Menschen

Die Zukunftswerkstatt – eine Methode mit „Charakter“ zur Beteiligung von Menschen

Die Zukunftswerkstatt ist ein kreativer Einstieg in einen Veränderungs-, Teambildungs- oder Strategieentwicklungsprozess. Die Prozessmethode Zukunftswerkstatt geht auf Robert Jungk zurück. Sie ist aktueller denn je in einer Zeit der zunehmend top-down organisierten Veränderungsprozesse und der Beschleunigung dieser Prozesse u. a. durch die Digitalisierung.

Der Vorteil der Zukunftswerkstatt ist ihre Flexibilität; sie verfolgt nicht nur ein eng umschriebenes Ziel, sondern ist eine Methode mit systemischem Charakter. Sie zeichnet sich insbesondere aus durch:

1. Innovation: Kreative Gedanken, die bei Menschen tief im Verborgenen liegen, werden herausgelockt und dürfen sich zunächst frei entfalten.
2. Realisierbarkeit: Kritik an den Innovationen und neuen Ideen wird erst nach der Werkstatt berücksichtigt, damit die Frage der Realisierbarkeit nicht die Phantasie und Kreativität einschränkt. Oft ist es so, dass durch die Kraft der Phantasie mehr realisiert werden kann, als zunächst gedacht wurde.
3. Partizipation: Hier weist die Zukunftswerkstatt gleich zwei Vorteile auf. Erstens: „Betroffene“ werden zu Beteiligten gemacht, somit identifizieren sie sich mit der Innovation oder den selbst entwickelten Leitsätzen und unterstützen die Umsetzung aktiv. Zweitens: Die Innovationskraft wird durch die Erweiterung des Teilnehmerkreises potenziert.

Ausgangspunkt von Jungk war die Beobachtung, dass Entscheidungen, die das Alltags- und Berufsleben der meisten Menschen einschneidend beeinflussen, häufig ohne das Wissen der jeweils „Betroffenen“ und über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Deshalb reagieren sie nur noch auf die daraus resultierenden Neuerungen, an deren Zustandekommen sie keinen Anteil hatten. Denn wenn sie – falls überhaupt – informiert werden, ist das wichtigste schon längst „gelaufen“. Betroffene zu Beteiligten zu machen und deren Erfahrungen und Kreativität produktiv zu nutzen, war deshalb das Ziel von Jungk und bildete den Hintergrund für die von ihm entwickelte Methode Zukunftswerkstatt.

Viele Unternehmen lassen sich einen wichtigen Identifikations- und Motivationsfaktor entgehen: Die rechtzeitige Einbindung ihrer Mitarbeiter/innen in Veränderungsprozesse. Würden diese rechtzeitig in den Zukunftsprozess einbezogen, könnten Unternehmen auf viele nachträgliche Informations- und Schulungs- bzw. Motivierungskampagnen verzichten, deren Hauptanliegen nicht selten darin besteht, „Versäumtes wiedergutzumachen“.

Und so funktioniert´s: die Zukunftswerkstatt hat 3 Phasen:
• die Kritikphase
• die Phantasiephase und
• die Realisierungsphase, die in der Werkstatt beginnt und danach die Umsetzung der Werkstattergebnisse begleitet.

Jungk wollte mit den Zukunftswerkstätten Räume schaffen, in denen partizipativ mitgedacht, mitgeredet und mitgestaltet werden kann, denn in jedem Menschen stecken ein Visionär, ein Kritiker und ein Realist, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Die Methode entfaltet durch die aufeinanderfolgende Betrachtung einer Fragestellung aus jeweils einer der drei Perspektiven und die gezielte Steuerung dieses Perspektivwechsels eine kraftvolle Wirkung. Sie hilft maßgeblich dabei, innovative Denk- und Entwicklungsprozesse anzustoßen.

Die Methode ermöglicht es auch, gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen die übergeordnete Ausrichtung und Strategie des Unternehmens für die Zukunft zu formulieren, orientierende Leitsätze zu erarbeiten und Innovationen oder inkrementelle Verbesserungen in ausgewählten Handlungsfeldern zu entwickeln.

Eine Führung, die ihre Mitarbeiter/innen auf diese Weise dazu ermutigt, den Zukunftsprozess aktiv mitzugestalten, zeigt damit auch, dass sie diese als wichtigste Mitgestalter der Organisation anerkennt.

SUSTAINUM Consulting führt seit vielen Jahren Zukunftswerkstätten durch. Hier finden Sie einen Überblick.

Die Zukunftswerkstatt eignet sich für Gruppen von 12 bis 25 Teilnehmer/innen und wird von uns je nach Bedarf an 1,5 bis 2 Tagen durchgeführt. Zum Angebot gehören jeweils die inhaltliche und methodische Planung der Werkstatt, die Moderation und Durchführung sowie die Evaluierung und ein Follow-up.

Weiterführenden Informationen zur Methode finden Sie u. a. in: Anja Grothe-Senf: Kreative Seminargestaltung am Beispiel Umweltmanagement. Praxisleitfaden zur Motivation und Schulung. Hanser Verlag, München 1999